Weidenhof Worpswede
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 Natur in Haus und Garten
 

einen Weidentunnel bauen

Weidentunnel vom Weidenhof Worpswede

Ein lebender Weidentunnel ist ein besonderer Blickfang im naturnahen Garten. Aus langen, biegsamen Weidenruten entsteht ein grüner Durchgang, der im Frühjahr austreibt und sich im Laufe der Jahre immer dichter entwickelt. Für Kinder ist er ein geschützter Spiel- und Rückzugsort, im Garten verbindet er verschiedene Bereiche miteinander.
Das Besondere: Die Weidenruten werden direkt in den Boden gesteckt, bilden dort Wurzeln und wachsen weiter. So entsteht aus einer einfachen Konstruktion ein lebendiges Bauwerk.

Der richtige Standort

Weiden bevorzugen sonnige Standorte und einen frischen bis feuchten Boden. Auch auf sandigen Böden lässt sich ein Weidentunnel anlegen. Dort ist allerdings besonders in den ersten Jahren eine zuverlässige Wasserversorgung wichtig.
Für einen kleinen Gartentunnel eignet sich beispielsweise eine Breite von etwa einem Meter und eine Länge von zwei bis drei Metern. Die endgültige Höhe richtet sich nach der Länge und Biegsamkeit der verwendeten Weidenruten.

Welche Weiden eignen sich?

Weidenruten schneiden für den Bau eines Weidentunnels

Besonders gut eignet sich die Korbweide (Salix viminalis). Sie bildet lange, biegsame Triebe, die sich gut zu Bögen formen und miteinander verflechten lassen.
Auch die Purpurweide (Salix purpurea) kann verwendet werden. Wichtig ist, dass die Ruten frisch, gesund und ausreichend lang sind.
Die beste Zeit für den Bau liegt während der Vegetationsruhe, vorzugsweise zwischen Februar und März, bevor die Weiden austreiben.

Schritt für Schritt zum Weidentunnel

die Stecken werden in den Pflanzgraben gesteckt beim Weidentunnel

1. Verlauf markieren
Zunächst werden zwei parallele Pflanzlinien im gewünschten Abstand abgesteckt. Zwischen ihnen entsteht später der Weg durch den Tunnel.
2. Pflanzgräben vorbereiten
Entlang beider Seiten werden schmale Pflanzgräben ausgehoben. Die Ruten sollten je nach Länge und Bodenbeschaffenheit etwa 30 bis 50 cm tief in den Boden reichen. Der Boden wird vor dem Pflanzen gründlich gewässert.
3. Weidenruten einsetzen
Die Ruten werden auf beiden Seiten in einem Abstand von ungefähr 20 bis 25 cm in den Boden gesetzt. Dabei zeigen die unteren Enden nach unten. Anschließend wird die Erde eingefüllt und fest angedrückt.
4. Tunnelbögen formen

Nun werden jeweils zwei gegenüberliegende Ruten vorsichtig zueinandergebogen. Ihre Spitzen überlappen sich am höchsten Punkt des Tunnels und werden mit einer geeigneten Schnur verbunden.
Die Ruten dürfen dabei nicht knicken. Für einen höheren oder breiteren Tunnel werden entsprechend längere Ruten benötigt.
5. Weiden miteinander verflechten
Zusätzliche Ruten können schräg zwischen den Bögen eingeflochten werden. Dadurch entsteht ein stabileres Geflecht. Die Kreuzungspunkte werden bei Bedarf locker zusammengebunden.
6. Gründlich wässern
Nach dem Bau wird der gesamte Pflanzbereich ausgiebig gewässert. In den folgenden Monaten darf der Boden im Wurzelbereich nicht austrocknen.

So entwickelt sich der Weidentunnel

Weidentunnel bei der regelmäßigen Pflege

Im Frühjahr treiben die eingepflanzten Ruten aus. An den Bögen und Seiten entstehen neue Zweige und Blätter. Bereits im ersten Sommer zeigt sich der Tunnel als grüner Durchgang.
Die neuen Triebe werden regelmäßig in das vorhandene Geflecht eingeflochten. So schließen sich nach und nach die Zwischenräume.
Kräftige Triebe, die nicht für den Aufbau benötigt werden, werden zurückgeschnitten. Auch der Durchgang muss regelmäßig freigehalten werden.
Ein Weidentunnel ist deshalb kein fertiges Bauwerk, sondern verändert sich mit jeder Vegetationsperiode.

Pflege in den ersten Jahren

Zwei metallisch grün und blau glänzende Weidenblattkäfer auf einem Weidenblatt.

Besonders wichtig ist das regelmäßige Gießen. Weiden benötigen viel Wasser, vor allem während der Wurzelbildung. Auf trockenem Sandboden ist der Wasserbedarf entsprechend höher.
Eine Mulchschicht aus Laub oder Holzhäckseln reduziert die Verdunstung und hält den Boden länger feucht.
Mit zunehmendem Wachstum werden die Verbindungen kontrolliert und bei Bedarf gelockert oder entfernt, damit sie nicht in die dicker werdenden Zweige einschneiden.
Durch regelmäßiges Einflechten und Schneiden bleibt der Tunnel dauerhaft in Form.
Ein lebendiger Platz im Garten
Ein eingewachsener Weidentunnel bietet einen schattigen Durchgang und eine grüne Rückzugsmöglichkeit. Zwischen den Zweigen finden kleine Tiere geschützte Bereiche. Werden einzelne Triebe zur Blüte kommen gelassen, liefern die Weidenkätzchen im zeitigen Frühjahr Pollen und Nektar für Insekten.
So verbindet ein Weidentunnel Gartengestaltung, Naturerlebnis und lebendiges Pflanzenwachstum.