Weidenhof Worpswede

Natur in Haus und Garten
 
Pferd an einer naturnahen Strauchhecke auf der Pferdeweide

Sträucher für die Pferdeweide

Sträucher und Hecken können eine Pferdeweide auf vielfältige Weise bereichern. Sie schaffen geschützte Bereiche, bieten Wind- und Sichtschutz und können genutzt werden, um Weideflächen, Laufwege und unterschiedliche Funktionsbereiche natürlich voneinander abzugrenzen.
Viele geeignete Gehölze bieten den Pferden gleichzeitig die Möglichkeit, Blätter, junge Triebe oder Früchte aufzunehmen. Dornenreiche Sträucher und Wildrosen können darüber hinaus dichte, natürliche Hecken bilden. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten, Vögel und andere Tiere.

Welche Sträucher sich eignen, hängt wesentlich vom Standort und vom gewünschten Zweck ab. Einige Arten kommen hervorragend mit trockenen und sandigen Böden zurecht, andere bevorzugen frische oder feuchte Standorte. Auch Wuchsgröße, Ausläuferbildung und die Stärke des Verbisses sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden.


Brombeere – Rubus fruticosus agg.

Standort: Sonne bis Halbschatten · trocken bis frisch
Wuchs: kräftiger, rankender Strauch · bildet lange Triebe und kann sich stark ausbreiten
Besonders geeignet für: Knabbergehölz · dichte Randbereiche · natürliche Abgrenzung · Artenvielfalt
Brombeeren können auf einer naturnah gestalteten Pferdeweide schnell dichte und strukturreiche Bereiche schaffen. Besonders junge Triebe werden nach unserer Erfahrung von den Pferden gern gefressen. Die Früchte werden mit Begeisterung genommen. Haben sich Brombeeren  erst einmal etabliert, können sie sich durch ihre langen Triebe und vegetative Vermehrung kräftig ausbreiten.
Das kann erwünscht sein, wenn beispielsweise ein dichter Randbereich entstehen soll. Auf kleineren Flächen oder entlang von Wegen sollte die Ausbreitung dagegen regelmäßig kontrolliert werden. Die Blüten und Früchte machen Brombeeren zugleich zu wertvollen Gehölzen für zahlreiche Tiere.

Hasel – Corylus avellana

Standort: Sonne bis Halbschatten · trocken bis frisch
Wuchs: kräftiger, vielstämmiger Großstrauch · meist 4–6 m hoch · breit ausladend
Besonders geeignet für: Knabbergehölz · Windschutz · natürliche Hecken · Strukturierung
Die Hasel ist ein besonders interessantes Gehölz für die Pferdeweide. Sie wächst meist vielstämmig und entwickelt sich mit der Zeit zu einem kräftigen, dichten Strauch. Dadurch eignet sie sich sowohl zur Strukturierung größerer Flächen als auch für lockere Hecken und geschützte Randbereiche.
Blätter und junge Zweige werden von Pferden gern angenommen – auch bei deinen Pferden gehört die Hasel zu den besonders beliebten Gehölzen. Durch regelmäßigen Verbiss kann sie buschig gehalten werden. Soll sie dagegen zu einem großen Strauch heranwachsen und später Windschutz bieten, sollte sie während der Anwachsphase und bei starkem Verbiss geschützt werden.
Die Hasel ist robust und anpassungsfähig. Auf sehr trockenen Sandstandorten wächst sie allerdings deutlich besser, wenn der Boden zumindest etwas Feuchtigkeit halten kann. Für extrem trockene Stellen sind einige unserer später folgenden Wildrosen die bessere Wahl.



Himbeere – Rubus idaeus

Standort: Sonne bis Halbschatten · frisch bis mäßig feucht
Wuchs: aufrechter Strauch · meist 1–2 m hoch · bildet Wurzelausläufer
Besonders geeignet für: Knabbergehölz · Randbereiche · lockere Gehölzgruppen · Artenvielfalt
Die Himbeere eignet sich gut für geschützte Randbereiche einer Pferdeweide. Sie bildet aus ihrem Wurzelsystem regelmäßig neue Triebe und kann dadurch mit der Zeit größere Bestände entwickeln. Auf ausreichend frischen Böden ist sie ausgesprochen wüchsig. Himbeere wirkt wehenfördernd. 
Blätter und junge Triebe können von Pferden gefressen werden. 
Für sehr trockene, sandige Bereiche ist die Himbeere weniger geeignet. Dort würde ich eher Sanddorn, Weißdorn oder einige unserer Wildrosen einsetzen. Besonders gut passt die Himbeere an etwas frischere Weideränder, Gehölzsäume oder in Bereiche, in denen ihre Ausläuferbildung erwünscht ist.


Johannisbeeren – Ribes spp.

Standort: Sonne bis Halbschatten · frisch bis mäßig feucht
Wuchs: aufrechte, buschige Sträucher · meist 1–2 m hoch
Besonders geeignet für: Naschgehölz · abwechslungsreiche Randbepflanzung · kleinere Gehölzgruppen · Artenvielfalt
Johannisbeeren bleiben vergleichsweise kompakt und eignen sich deshalb auch für kleinere Bereiche der Pferdeweide. Sie bevorzugen einen humosen, ausreichend mit Feuchtigkeit versorgten Boden. Auf sehr trockenen Sandstandorten benötigen sie einen entsprechend verbesserten Standort und in längeren Trockenperioden zusätzliche Wasserversorgung.
Blätter, junge Triebe und Früchte erweitern das natürliche Pflanzenangebot. Da Johannisbeeren wesentlich schwächer wachsen als Hasel, Weißdorn oder Brombeere, sollten junge Pflanzen zunächst gut vor starkem Verbiss und Tritt geschützt werden


Öhrchenweide – Salix aurita

Standort: Sonne bis Halbschatten · frisch bis nass
Wuchs: dicht verzweigter Strauch · meist 1–3 m hoch · eher langsam bis mäßig wachsend
Besonders geeignet für: Knabbergehölz · feuchte Weidebereiche · Grabenränder · Windschutz · Strukturierung
Die Öhrchenweide ist eine heimische, eher klein bleibende Weidenart. Anders als große Baumweiden wächst sie meist als dichter, vieltriebiger Strauch. Dadurch eignet sie sich besonders gut, wenn auf der Pferdeweide niedrigere Gehölzstrukturen entstehen sollen.
Ihre Stärke sind feuchte, saure und nährstoffärmere Standorte. Sie kommt auch mit moorigen Böden und zeitweise sehr nassen Bereichen zurecht. Für trockene Sandflächen ist sie dagegen nicht die richtige Weidenart.
Blätter und junge Zweige können von Pferden beknabbert werden. Durch ihren strauchförmigen Wuchs lässt sie sich gut in Gehölzgruppen integrieren oder entlang feuchter Weideränder einsetzen. Junge Pflanzen sollten zunächst geschützt werden, damit sie sich trotz des Verbisses etablieren können.


Rosmarinweide – Salix rosmarinifolia

Standort: Sonne bis Halbschatten · frisch bis trocken
Wuchs: kleiner, dicht verzweigter Strauch · meist etwa 1–2 m hoch · schmale, silbrig wirkende Blätter
Besonders geeignet für: Knabbergehölz · niedrige Gehölzgruppen · Weideränder · Strukturierung
Die Rosmarinweide ist eine vergleichsweise klein bleibende Weidenform und damit besonders interessant für Bereiche, in denen kein großer Baum oder hoher Strauch entstehen soll. Ihre schmalen Blätter und der feine Wuchs unterscheiden sie deutlich von den kräftigeren Weidenarten.
Sie bevorzugt sonnige Standorte mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Auf dauerhaft sehr trockenen Sandflächen würde ich sie nicht einsetzen. Durch ihren niedrigen, buschigen Wuchs lässt sie sich dagegen sehr gut in Gehölzgruppen oder entlang von Weiderändern integrieren.
Wie andere geeignete Weiden können ihre Blätter und jungen Triebe beknabbert werden. Bei jungen Pflanzen ist zunächst ein Verbissschutz sinnvoll, damit sich ein ausreichend kräftiger Strauch entwickeln kann.


Sanddorn – Hippophae rhamnoides

Standort: Sonne · trocken bis frisch
Wuchs: kräftiger, sparriger und dorniger Strauch · meist 2–5 m hoch · bildet Wurzelausläufer
Besonders geeignet für: trockene Sandböden · sonnige Weideränder · dichte Gehölzgruppen · natürliche Abgrenzung
Sanddorn ist besonders für sonnige, trockene und nährstoffarme Standorte interessant. Er kommt mit sandigen Böden sehr gut zurecht und eignet sich damit für Bereiche, in denen viele andere Sträucher Schwierigkeiten haben.
Mit zunehmendem Alter entwickelt er einen kräftigen, dornigen und dicht verzweigten Wuchs. Besonders wichtig bei der Planung ist seine starke Ausläuferbildung: Hat sich Sanddorn etabliert, kann er sich über Wurzelausläufer deutlich über seinen ursprünglichen Pflanzplatz hinaus ausbreiten. Genau darauf hattest du auch in deiner ursprünglichen Beschreibung hingewiesen.
Sanddorn ist zweihäusig: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Sollen die charakteristischen orangefarbenen Früchte entstehen, müssen weibliche Pflanzen zusammen mit einem geeigneten männlichen Bestäuber gepflanzt werden.


Stachelbeere – Ribes uva-crispa

Standort: Sonne bis Halbschatten · frisch bis mäßig feucht
Wuchs: kompakter, dicht verzweigter Strauch · meist 1–1,5 m hoch · bedornte Zweige
Besonders geeignet für: Naschgehölz · kleinere Gehölzgruppen · Weideränder · strukturreiche Bepflanzung
Die Stachelbeere bleibt deutlich kleiner als Hasel, Weißdorn oder Sanddorn und eignet sich deshalb gut für niedrigere Gehölzbereiche. Sie wächst am besten auf humosen, ausreichend feuchten und durchlässigen Böden. Sehr trockene Sandstandorte sind weniger geeignet.
Der Strauch ist dicht verzweigt und besitzt Dornen. Blätter, junge Triebe und die Früchte erweitern das Pflanzenangebot. Da Stachelbeeren jedoch relativ klein bleiben und starkes Beknabbern schlecht ausgleichen können, sollten junge Pflanzen zunächst vor intensivem Verbiss und Tritt geschützt werden.
Durch ihre überschaubare Größe ist die Stachelbeere besonders interessant für kleinere Pflanzinseln oder abwechslungsreiche Randbepflanzungen, weniger für die Ausbildung einer großen Schutz- oder Windschutzhecke.


Weißdorn – Crataegus monogyna

Standort: Sonne bis Halbschatten · trocken bis frisch
Wuchs: kräftiger, dicht verzweigter und dorniger Großstrauch · meist 2–6 m hoch · sehr schnittverträglich
Besonders geeignet für: Knabbergehölz · Windschutz · dichte Hecken · natürliche Abgrenzung · Strukturierung
Der Eingriffelige Weißdorn ist für die Gestaltung einer Pferdeweide besonders vielseitig. Er ist robust, schnittverträglich und kommt sowohl mit normalen als auch mit eher trockenen Standorten zurecht. Auf sonnigen Flächen entwickelt er sich besonders dicht.
Junge Blätter und Triebe werden trotz der Dornen von Pferden beknabbert. Unser alter Wallach hat regelmäßig Blätter, Beeren und Zweige genascht- Weißdorn ist eine alte Heilpflanze und gilt als herzstärkend. 
Durch regelmäßigen Schnitt lässt sich Weißdorn zu einer sehr dichten Hecke entwickeln. Damit eignet er sich gut zur Abgrenzung von Weidebereichen, zur Strukturierung von Laufwegen und als Windschutz. Soll eine geschlossene Hecke entstehen, müssen die jungen Pflanzen zunächst vor starkem Verbiss geschützt werden.
Auch ökologisch ist Weißdorn besonders wertvoll: Seine Blüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung, während die Früchte von verschiedenen Vogelarten genutzt werden.