Schmetterlinge brauchen mehr als Blüten
Wer Schmetterlingen helfen möchte, denkt meist zuerst an nektarreiche Blüten. Doch mindestens genauso wichtig sind die Pflanzen, von denen sich ihre Raupen ernähren. Manche Raupen nutzen verschiedene Pflanzen, andere sind auf wenige Arten angewiesen. Fehlen diese, kann sich der Schmetterling dort nicht dauerhaft vermehren.
Hier zeigen wir heimische Schmetterlinge und ihre wichtigsten Raupenfutterpflanzen – und was sie außerdem zum Leben, Überwintern und Fortpflanzen brauchen. Zum leichteren Finden haben wir die Schmetterlinge alphabetisch sortiert.
Admiral - Vanessa atalanta
Raupenfutterpflanze: Große Brennnessel (Urtica dioica)
Lebensraum: Wiesen, Wald- und Wegränder, Streuobstwiesen sowie naturnahe Gärten mit Brennnesselbeständen.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupe ist eng an die Brennnessel gebunden. Sie spinnt ein Brennnesselblatt zu einer Art schützender Blatttüte zusammen, in der sie lebt und frisst. Deshalb sollten Brennnesselbestände nicht während der Raupenentwicklung einfach abgemäht werden.
Nahrung des Falters: Nektar verschiedener Blüten; außerdem nutzt der Admiral gern überreifes Fallobst und andere Pflanzensäfte.
Überwinterung: Spannend ist hier der Wandel durch mildere Winter. Der Admiral galt bei uns lange vor allem als Wanderfalter. Inzwischen weist der NABU darauf hin, dass Überwinterungen in Deutschland zunehmend gelingen.
So können wir helfen: Eine Brennnesselecke stehen lassen, überreifes Fallobst nicht vollständig entfernen und vom Frühjahr bis Herbst unterschiedliche Nektarpflanzen anbieten.
Aurorafalter Anthocharis cardamines
Raupenfutterpflanzen: Wiesenschaumkraut und Knoblauchsrauke; außerdem weitere Kreuzblütler.
Lebensraum: Feuchte Wiesen, lichte Wälder, Waldränder, Hecken- und Saumbereiche sowie naturnahe Gärten mit geeigneten Futterpflanzen.
Besondere Abhängigkeiten: Die Weibchen legen ihre Eier gezielt an geeigneten Kreuzblütlern ab. Für den Fortbestand reicht es deshalb nicht, wenn nur Nektarpflanzen für die erwachsenen Falter vorhanden sind.
Überwinterung: Als Puppe. Sie kann viele Monate an Pflanzenstängeln oder anderer Vegetation verbleiben.
So können wir helfen: Wiesenschaumkraut und Knoblauchsrauke erhalten, Säume nicht zu früh mähen und abgestorbene Pflanzenstängel über Winter stehen lassen.
Brauner Waldvogel / Schornsteinfeger – Aphantopus hyperantus
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Süß- und Sauergräser.
Lebensraum: Grasreiche Waldlichtungen, Gehölzränder, Hecken, Hochstaudensäume und strukturreiche Wiesen. Besonders wertvoll sind teilweise beschattete Grasbestände.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupen brauchen Gräser in einer natürlichen Vegetationsstruktur. Eine kurz gemähte Rasenfläche erfüllt diese Funktion kaum.
Nahrung des Falters: Unter anderem Disteln, Dost, Brombeerblüten und andere Blüten der Säume.
Überwinterung: Als Raupe in bodennaher Vegetation.
So können wir helfen: Gräser unter und neben Gehölzen stehen lassen und Säume abschnittsweise statt vollständig mähen.
C-Falter – Polygonia c-album
Raupenfutterpflanzen: Unter anderem Große Brennnessel, Salweide, Hasel, Hopfen, Ulmen sowie Stachel- und Johannisbeeren.
Lebensraum: Waldränder, Waldwege, Hecken, Gebüsche und strukturreiche Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Seine unterschiedlichen Futterpflanzen zeigen, wie wertvoll eine abwechslungsreiche Gehölz- und Krautschicht ist.
Nahrung des Falters: Blüten, Baumsäfte und später im Jahr auch Fallobst.
Überwinterung: Als erwachsener Falter. Die braun gemusterte Flügelunterseite tarnt ihn hervorragend zwischen trockenem Laub, Holz und Rinde.
So können wir helfen: Salweide, Hasel, Brennnesseln und andere Futterpflanzen erhalten, Fallobst teilweise liegen lassen und geschützte Winterverstecke bewahren.
Distelfalter – Vanessa cardui
Raupenfutterpflanzen: Vor allem verschiedene Disteln, außerdem unter anderem Große Brennnessel, Malven und weitere krautige Pflanzen.
Lebensraum: Sonnige, offene und blütenreiche Landschaften, Wiesen, Brachen, Wegränder und Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Der Distelfalter ist ein ausgeprägter Wanderfalter. Seine Populationen legen über mehrere Generationen enorme Entfernungen zurück. Unterwegs sind geeignete Raupenfutterpflanzen und ein gutes Blütenangebot notwendig.
Überwinterung: Die bei uns auftretenden Populationen sind stark von den jährlichen Wanderbewegungen abhängig.
So können wir helfen: Disteln nicht grundsätzlich beseitigen und vom Frühjahr bis Herbst ein durchgängiges Angebot ungefüllter Blüten schaffen.
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling – Phengaris nausithous
Raupenfutterpflanze: Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis).
Lebensraum: Frische bis feuchte Wiesen, Grabenränder und Säume mit Großem Wiesenknopf.
Besondere Abhängigkeiten: Dieser Falter braucht sowohl den Großen Wiesenknopf als auch geeignete Knotenameisen. Die junge Raupe lebt zunächst im Blütenkopf des Wiesenknopfs. Später lässt sie sich zu Boden fallen und wird von einer passenden Ameise in deren Nest getragen. Dort setzt sie ihre Entwicklung fort.
Überwinterung: Als Raupe im Ameisennest.
So können wir helfen: Großen Wiesenknopf und den gesamten dazugehörigen Lebensraum erhalten. Entscheidend sind geeignete Ameisenvorkommen und eine angepasste Mahd, damit die Blütenstände während der Entwicklung der Raupen stehen bleiben.
Faulbaum-Bläuling – Celastrina argiolus
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Gehölze und Stauden, darunter Faulbaum, Kreuzdorn, Hartriegel, Brombeere, Heidekraut und Efeu. Die Raupen fressen besonders an Blüten und jungen Früchten.
Lebensraum: Hecken, Waldränder, lichte Wälder, Moore und strukturreiche Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupen können von Ameisen besucht werden. Sie geben zuckerhaltige Sekrete ab; im Gegenzug können die Ameisen einen gewissen Schutz vor Feinden bieten. Anders als bei hoch spezialisierten Ameisenbläulingen ist diese Beziehung für die Entwicklung nicht zwingend erforderlich.
Überwinterung: Als Puppe.
So können wir helfen: Faulbaum, heimische Hartriegel, Brombeeren und andere geeignete Gehölze in strukturreichen Pflanzungen erhalten.
Großer Fuchs – Nymphalis polychloros
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Laubbäume, darunter Salweiden, Ulmen sowie Vogelkirsche und andere geeignete Prunus-Arten.
Lebensraum: Lichte Wälder, Waldränder, Streuobstwiesen, Parks und strukturreiche Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupen leben anfangs gesellig an ihren Futterbäumen. Alte und vielfältige Gehölzbestände sind daher besonders wertvoll.
Nahrung des Falters: Neben Blüten auch Baumsäfte und andere zuckerhaltige Flüssigkeiten.
Überwinterung: Als erwachsener Falter an geschützten Stellen.
So können wir helfen: Alte Laubbäume, Salweiden und geeignete heimische Gehölze erhalten und Raupengruppen nicht vorschnell beseitigen.
Großer Kohlweißling – Pieris brassicae
Raupenfutterpflanzen: Kreuzblütler, darunter verschiedene Kohlarten und wild wachsende Kreuzblütler.
Lebensraum: Offenland, Gärten, Äcker, Wiesen und Siedlungsbereiche.
Besondere Abhängigkeiten: Die Weibchen legen ihre Eier typischerweise in Gruppen an geeigneten Futterpflanzen ab. Die Raupen leben zunächst gesellig.
Nahrung des Falters: Zahlreiche nektarreiche Blüten.
Überwinterung: Als Puppe an geschützten Strukturen.
So können wir helfen: Wild wachsende Kreuzblütler teilweise stehen lassen und vom Frühjahr bis Herbst ein vielfältiges Blütenangebot schaffen.
Großer Schillerfalter – Apatura iris
Raupenfutterpflanzen: Vor allem Weiden, insbesondere Salweide (Salix caprea).
Lebensraum: Lichte, eher feuchte Wälder, Auwälder, Waldwege und Waldränder mit Weiden.
Besondere Abhängigkeiten: Die erwachsenen Falter besuchen vergleichsweise selten Blüten. Besonders die Männchen nehmen Mineralstoffe an feuchten Bodenstellen und auch an tierischen Ausscheidungen auf.
Überwinterung: Als junge Raupe an ihrer Weiden-Futterpflanze.
So können wir helfen: Salweiden erhalten und feuchte, etwas wildere Randbereiche nicht vollständig beseitigen.
Großes Ochsenauge – Maniola jurtina
Raupenfutterpflanzen: Zahlreiche Süßgräser, darunter Schwingel, Rispengräser und andere heimische Wiesengräser.
Lebensraum: Wiesen, Waldränder, Magerrasen, Böschungen und naturnahe Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Entscheidend ist weniger eine einzelne Grasart als eine vielfältige, nicht ständig kurz gemähte Grasvegetation.
Nahrung des Falters: Zahlreiche Blüten, darunter Flockenblumen, Dost und Klee.
Überwinterung: Als Raupe.
So können wir helfen: Grasbereiche stehen lassen und Wiesen abschnittsweise mähen.
Grünader-Weißling – Pieris napi
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene wild wachsende Kreuzblütler.
Lebensraum: Eher feuchte Wiesen, Wald- und Wegränder, Gräben, Säume und naturnahe Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Für die Fortpflanzung sind wild wachsende Kreuzblütler in geeigneten, eher frischen bis feuchten Lebensräumen wichtig.
Überwinterung: Als Puppe.
So können wir helfen: Wild wachsende Kreuzblütler an feuchteren Säumen erhalten und nicht sämtliche Wegränder gleichzeitig mähen.
Hauhechel-Bläuling – Polyommatus icarus
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Schmetterlingsblütler, besonders Hornklee, außerdem Kleearten und andere geeignete Hülsenfrüchtler.
Lebensraum: Blütenreiche, nicht überdüngte Wiesen, Böschungen, Dämme und andere offene Lebensräume.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupen können Beziehungen zu Ameisen eingehen. Sie geben zuckerhaltige Sekrete ab und können im Gegenzug von Ameisen gegen manche Feinde verteidigt werden.
Nahrung des Falters: Besonders verschiedene Schmetterlingsblütler.
Überwinterung: Als Raupe bodennah bei den Futterpflanzen.
So können wir helfen: Hornklee, Klee und andere heimische Schmetterlingsblütler erhalten und Wiesen nicht überdüngen.
Kaisermantel – Argynnis paphia
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Veilchenarten.
Lebensraum: Lichte Wälder, Waldlichtungen und sonnige Waldränder.
Besondere Abhängigkeiten: Das Weibchen legt die Eier häufig in Rindenspalten von Bäumen, in deren Nähe Veilchen wachsen. Im Frühjahr müssen die Raupen vom Baum zu ihren Futterpflanzen am Boden gelangen.
Nahrung des Falters: Unter anderem Disteln, Flockenblumen und andere nektarreiche Saumpflanzen.
Überwinterung: Als sehr junge Raupe geschützt an der Baumrinde.
So können wir helfen: Die Kombination aus alten Bäumen, Veilchen am Boden und blütenreichen Waldsäumen erhalten.
Kleiner Eisvogel – Limenitis camilla
Raupenfutterpflanzen: Vor allem Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) und Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum).
Lebensraum: Lichte, eher feuchte Wälder und schattige Gehölzränder.
Besondere Abhängigkeiten: Die junge Raupe fertigt aus einem Blatt ihrer Futterpflanze ein kleines Überwinterungsgehäuse, das sogenannte Hibernarium.
Überwinterung: Als junge Raupe in diesem selbst gebauten Blattquartier.
So können wir helfen: Rote Heckenkirsche und Wald-Geißblatt in halbschattigen Gehölzbereichen erhalten und im Herbst nicht radikal zurückschneiden.
Kleiner Feuerfalter – Lycaena phlaeas
Raupenfutterpflanze: Vor allem Sauerampferarten, insbesondere Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella).
Lebensraum: Sonnige, offene und eher magere Wiesen, Sandflächen, Brachen und Wegränder.
Besondere Abhängigkeiten: Der Kleine Feuerfalter profitiert von offenen, nährstoffarmen Flächen, auf denen Sauerampfer wachsen kann. Dichte, stark gedüngte Vegetation ist deutlich ungünstiger.
Überwinterung: Als Raupe.
So können wir helfen: Sauerampfer nicht grundsätzlich als „Unkraut“ beseitigen und sonnige, magere Bereiche erhalten.
Kleiner Fuchs – Aglais urticae
Raupenfutterpflanze: Große Brennnessel (Urtica dioica).
Lebensraum: Wiesen, Wegränder, Brachen, Streuobstwiesen und naturnahe Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Die Weibchen legen zahlreiche Eier gemeinsam an Brennnesseln ab. Die jungen Raupen leben gesellig. Ein größerer Brennnesselbestand ist deshalb wesentlich wertvoller als einzelne Pflanzen.
Nahrung des Falters: Viele verschiedene Nektarpflanzen.
Überwinterung: Als erwachsener Falter an geschützten, kühlen Orten.
So können wir helfen: Eine größere, möglichst sonnige Brennnesselecke ungestört stehen lassen und geeignete Winterverstecke erhalten.
Kleiner Kohlweißling – Pieris rapae
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Kreuzblütler, darunter sowohl Wildpflanzen als auch Kulturpflanzen.
Lebensraum: Offenland, Gärten, Wiesen, Äcker und Siedlungsbereiche.
Besondere Abhängigkeiten: Anders als der Große Kohlweißling legt das Weibchen seine Eier überwiegend einzeln ab. Auch die Raupen leben daher nicht in den auffälligen großen Gruppen des Großen Kohlweißlings.
Nahrung des Falters: Viele verschiedene Blüten, darunter Disteln, Rotklee und Dost.
Überwinterung: Als Puppe.
So können wir helfen: Wildkräuter aus der Familie der Kreuzblütler teilweise stehen lassen und ein vielfältiges Blütenangebot schaffen.
Kleines Wiesenvögelchen – Coenonympha pamphilus
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Süßgräser, darunter Schwingel und Rispengräser.
Lebensraum: Sonnige Wiesen, Magerrasen, Böschungen und grasreiche Wegränder.
Besondere Abhängigkeiten: Entscheidend ist eine niedrige, aber strukturreiche Grasvegetation. Ein ständig kurz gemähter Rasen ist kein gleichwertiger Ersatz.
Überwinterung: Als Raupe zwischen Gräsern.
So können wir helfen: Grasflächen abschnittsweise mähen und kleine Wieseninseln länger stehen lassen.
Landkärtchen – Araschnia levana
Raupenfutterpflanze: Große Brennnessel (Urtica dioica), besonders an halbschattigen und etwas feuchteren Standorten.
Lebensraum: Wald- und Gehölzränder, feuchte Säume und lichte Wälder.
Besondere Abhängigkeiten: Die Weibchen legen ihre Eier auf der Blattunterseite in außergewöhnlichen Eiertürmchen übereinander ab.
Überwinterung: Als Puppe.
So können wir helfen: Auch halbschattige Brennnesselbestände erhalten und nicht sämtliche Brennnesseln auf sonnige Gartenecken beschränken.
Besonderheit: Frühjahrs- und Sommergeneration sehen deutlich unterschiedlich aus. Die Frühjahrstiere sind überwiegend orangebraun, die Sommertiere wesentlich dunkler.
Mauerfuchs – Lasiommata megera
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Gräser.
Lebensraum: Warme, trockene und sonnige Standorte mit lückiger Vegetation, Steinen, Mauern oder offenen Bodenstellen.
Besondere Abhängigkeiten: Der Mauerfuchs benötigt die Kombination aus Gräsern, Wärme und offenen beziehungsweise steinigen Strukturen.
Nahrung des Falters: Verschiedene Nektarpflanzen sonniger Standorte.
Überwinterung: Als Raupe.
So können wir helfen: Sonnige Grasbereiche, offene Bodenstellen, Trockenmauern und warme Böschungen nebeneinander erhalten.
Schachbrett – Melanargia galathea
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Gräser.
Lebensraum: Sonnige, blütenreiche und eher nährstoffarme Wiesen und Magerrasen.
Besondere Abhängigkeiten: Das Weibchen lässt seine Eier in die Wiesenvegetation beziehungsweise zu Boden fallen. Die gesamte Wiesenstruktur ist deshalb Kinderstube – nicht nur eine einzelne Pflanze.
Nahrung des Falters: Besonders gern violette Blüten wie Flockenblumen, Disteln und Skabiosen.
Überwinterung: Als junge Raupe in Bodennähe.
So können wir helfen: Wiesen nicht auf einmal vollständig mähen, sondern abschnittsweise. Gräser ausdrücklich stehen lassen.
Schwalbenschwanz – Papilio machaon
Raupenfutterpflanzen: Doldenblütler, besonders Wilde Möhre und Pastinak. Auch Dill, Fenchel und Gartenmöhre können genutzt werden.
Lebensraum: Sonnige Wiesen, Magerrasen, Brachen und blütenreiche Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Bei Gefahr kann die Raupe hinter dem Kopf eine orangefarbene Nackengabel (Osmaterium) ausstülpen. Diese verbreitet einen intensiven Geruch und dient der Abwehr von Angreifern.
Nahrung des Falters: Unter anderem Flockenblumen, Disteln, Klee, Skabiosen und Witwenblumen.
Überwinterung: Als Gürtelpuppe an einem Pflanzenstängel oder einer anderen geeigneten Struktur.
So können wir helfen: Wilde Möhre und andere Doldenblütler stehen lassen und trockene Pflanzenstängel nicht bereits im Herbst abschneiden.
Segelfalter – Iphiclides podalirius
Raupenfutterpflanzen: Besonders Schlehe (Prunus spinosa), außerdem weitere geeignete Rosengewächse.
Lebensraum: Sehr warme, sonnige und trockene Standorte, Magerrasen, felsige Hänge und trockenwarme Gebüsche.
Besondere Abhängigkeiten: Nicht nur die Pflanzenart ist entscheidend. Besonders geeignet sind kleine, stark sonnenexponierte Schlehen an warmen Standorten.
Nahrung des Falters: Verschiedene nektarreiche Blüten sonniger Standorte.
Überwinterung: Als Puppe.
So können wir helfen: Sonnigen Schlehenaufwuchs erhalten und warme, offene, nährstoffarme Strukturen bewahren.
Tagpfauenauge – Aglais io
Raupenfutterpflanze: Große Brennnessel (Urtica dioica).
Lebensraum: Wiesen, Wald- und Wegränder, Gärten und strukturreiche Landschaften.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupen leben zunächst in großen Gruppen an Brennnesseln. Deshalb braucht auch diese Art eher einen größeren Brennnesselbestand als einzelne Pflanzen.
Nahrung des Falters: Viele verschiedene Blüten.
Überwinterung: Als erwachsener Falter an geschützten, kühlen Stellen.
So können wir helfen: Größere Brennnesselbestände erhalten, ein langes Blütenangebot schaffen und geschützte Winterquartiere bewahren.
Besonderheit: Die großen Augenflecken auf den Flügeln können Fressfeinde erschrecken.
Trauermantel – Nymphalis antiopa
Raupenfutterpflanzen: Vor allem Birken, Weiden und Ulmen.
Lebensraum: Lichte, eher feuchte Laubwälder, Waldränder und andere gehölzreiche Lebensräume.
Besondere Abhängigkeiten: Erwachsene Trauermäntel besuchen vergleichsweise selten Blüten. Sie ernähren sich unter anderem von Baumsäften und Fallobst.
Überwinterung: Als erwachsener Falter.
So können wir helfen: Birken, Weiden und Ulmen erhalten, alte Bäume mit natürlichen Strukturen bewahren und etwas Fallobst liegen lassen.
Waldbrettspiel – Pararge aegeria
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Gräser schattiger und halbschattiger Standorte.
Lebensraum: Lichte Wälder, Waldwege, Gehölzränder und größere, schattige Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Das Waldbrettspiel braucht ein Mosaik aus Licht und Schatten. Männchen sitzen gern in kleinen Sonnenflecken und verteidigen dort ihre Reviere.
Nahrung des Falters: Unter anderem Baumsäfte und Honigtau; Blüten spielen eine geringere Rolle als bei vielen Wiesenfaltern.
Überwinterung: Als Raupe oder Puppe.
So können wir helfen: Gräser unter Gehölzen nicht überall mähen und lichte, strukturreiche Gehölzränder erhalten.
Weißbindiges Wiesenvögelchen – Coenonympha arcania
Raupenfutterpflanzen: Verschiedene Gräser.
Lebensraum: Warme, grasreiche Säume, lichte Gebüsche, Wald- und Heckenränder sowie Magerrasen mit Gehölzstrukturen.
Besondere Abhängigkeiten: Die Art benötigt weder eine reine Wiese noch einen geschlossenen Gehölzbestand, sondern besonders den Übergangsbereich zwischen Grasland und Gehölzen.
Überwinterung: Als Raupe.
So können wir helfen: Hecken nicht bis unmittelbar an den Gehölzrand kurz mähen. Grasige und blütenreiche Säume zwischen Gehölzen und offenen Flächen erhalten.
Zitronenfalter – Gonepteryx rhamni
Raupenfutterpflanzen: Faulbaum (Frangula alnus) und Kreuzdornarten, insbesondere Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica).
Lebensraum: Waldränder, lichte Gehölze, Hecken und strukturreiche Gärten.
Besondere Abhängigkeiten: Ohne geeignete Faulbaum- oder Kreuzdorngewächse kann sich der Zitronenfalter nicht erfolgreich vermehren. Ein blütenreicher Garten allein genügt nicht.
Nahrung des Falters: Zahlreiche nektarreiche Frühjahrs- und Sommerblüten.
Überwinterung: Als erwachsener Falter frei in der Vegetation. Er kann sich beispielsweise zwischen immergrünen Blättern verstecken und erstaunlich tiefe Temperaturen überstehen.
So können wir helfen: Faulbaum oder Kreuzdorn pflanzen und bereits vom zeitigen Frühjahr an Nektarpflanzen anbieten.
Zwerg-Bläuling – Cupido minimus
Raupenfutterpflanze: Vor allem Gewöhnlicher Wundklee (Anthyllis vulneraria).
Lebensraum: Sonnige, warme und nährstoffarme Magerrasen, Böschungen und andere offene Standorte mit Wundklee.
Besondere Abhängigkeiten: Die Raupen sind eng an Wundklee gebunden. Auch beim Zwerg-Bläuling können Beziehungen zu Ameisen auftreten. Die Raupen besitzen Drüsen, deren Ausscheidungen Ameisen anlocken.
Überwinterung: Als Raupe geschützt in Bodennähe.
So können wir helfen: Wundklee auf mageren, sonnigen Standorten fördern, nicht düngen und solche Flächen während der Entwicklungszeit nicht vollständig mähen.