Ein Putzplatz in der prallen Sonne ist im Sommer für Pferd und Mensch unangenehm. Auch auf befestigten Flächen rund um den Stall oder an Aufenthaltsplätzen auf dem Paddock Trail fehlen häufig schattige Bereiche.
Eine begrünte Pergola verbindet eine stabile Tragkonstruktion mit lebenden Kletterpflanzen. Diese wachsen an den Pfosten empor und breiten sich über die Dachfläche aus. Mit zunehmender Belaubung entsteht ein natürliches Schattendach.
Das Blätterdach hält einen Teil der direkten Sonneneinstrahlung ab. Der Boden und die darunterliegenden Flächen heizen sich dadurch weniger stark auf.
Zusätzlich verdunsten die Pflanzen Wasser über ihre Blätter. Dabei wird Wärme aufgenommen und die unmittelbare Umgebung gekühlt.
Anders als bei einem geschlossenen Gebäude bleiben die Seiten einer Pergola offen. Dadurch kann die Luft zirkulieren. Gerade bei hohen Temperaturen ist eine gute Luftbewegung wichtig, damit Pferde überschüssige Körperwärme abgeben können.
Blüten und Blätter der Kletterpflanzen bieten außerdem Nahrung und Lebensraum für Insekten. Dichte Begrünungen schaffen geschützte Bereiche für Vögel und andere Kleintiere.
Der Putzplatz ist ein besonders geeigneter Standort für eine begrünte Pergola.
Stabile Pfosten tragen eine offene Dachkonstruktion aus Balken und Rankhilfen. Die Kletterpflanzen werden an den Außenseiten gesetzt und nach oben geführt.
Bei der Planung müssen die Größe der Pferde, der Platzbedarf beim Putzen und die Arbeit mit Sattel, Decken und anderen Ausrüstungsgegenständen berücksichtigt werden.
Die Pergola sollte so hoch sein, dass auch große Pferde darunter bequem stehen und Menschen sicher mit ihnen arbeiten können.
Die Pflanzen stehen möglichst außerhalb des unmittelbaren Arbeitsbereichs. Ihre Triebe werden regelmäßig zurückgeschnitten, damit sie weder herunterhängen noch die Bewegungsfreiheit einschränken.
Auch auf einem Paddock Trail lassen sich einzelne Aufenthaltsbereiche mit Pergolen begrünen.
Eine offene Konstruktion über einem breiten Wegabschnitt oder einem Ruheplatz bietet eine zusätzliche beschattete Fläche.
Für frei laufende Pferde müssen Pfosten und junge Pflanzen vor Anstoßen, Scheuern und starkem Verbiss geschützt werden. Die Durchgänge bleiben großzügig und ohne Engstellen.
Besonders bei Gruppenhaltung ist ausreichend Platz wichtig, damit sich die Pferde ausweichen können. Ein Schattenplatz sollte nicht von einem ranghohen Pferd vollständig blockiert werden können.
Die Weinrebe eignet sich besonders für die Begrünung sonniger Pergolen. Ihre großen Blätter bilden im Sommer ein dichtes Schattendach.
Im Herbst fällt das Laub ab, sodass während der Wintermonate wieder mehr Licht auf die darunterliegende Fläche gelangt.
Die Weinrebe benötigt einen sonnigen Standort, eine stabile Rankhilfe und regelmäßigen Schnitt. Der Stamm sollte vor Scheuern geschützt werden.
Hopfen ist eine heimische, starkwüchsige Kletterpflanze. Seine langen Triebe winden sich an Seilen, Stangen und Rankgerüsten empor.
Während der Vegetationszeit bildet er eine dichte Begrünung. Im Herbst sterben die oberirdischen Triebe ab. Im Frühjahr treibt die Pflanze aus ihrem Wurzelstock erneut aus.
Hopfen bevorzugt einen nährstoffreichen, ausreichend feuchten Boden. Die abgestorbenen Triebe werden im Winter entfernt.
Kletterrosen eignen sich zur Begrünung von Pergolen und Rankgerüsten. Ihre langen Triebe werden an der Konstruktion entlanggeführt und befestigt. Im Sommer bilden sie ein grünes Blätterdach mit zahlreichen Blüten.
Besonders interessant für naturnahe Pferdebereiche ist die heimische Feldrose (Rosa arvensis). Ihre ungefüllten weißen Blüten bieten Insekten Pollen und ihre Hagebutten dienen verschiedenen Tieren als Nahrung.
Wir empfehlen, die Kletterrose vor gieriegen Pferdenasen zu schützen, um einen starken und ungestörten Wuchs zu gewährleisten. Im Herbst wiederum sind die Hagebutten eine zusätzliche begehrte Leckerei für Pferde.
Kletterrosen bevorzugen sonnige bis leicht halbschattige Standorte. Sie benötigen eine stabile Rankhilfe und regelmäßigen Schnitt.
Die Große Kapuzinerkresse ist eine einjährige Pflanze mit langen, rankenden Trieben, großen runden Blättern und auffälligen gelben, orangefarbenen oder roten Blüten. Besonders langtriebige Sorten eignen sich zur Begrünung von Rankgerüsten und kleineren Pergolen.
Die Aussaat erfolgt im Frühjahr nach den letzten Frösten. Kapuzinerkresse bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und benötigt bei Trockenheit ausreichend Wasser. Mit den ersten stärkeren Frösten endet ihre Vegetationszeit.
Brombeeren bilden lange, biegsame Ruten, die sich an Rankgerüsten und Pergolen entlangführen lassen. Besonders starkwüchsige Sorten erreichen Rutenlängen von drei bis fünf Metern und eignen sich damit auch zur Begrünung kleinerer Pergolen.
Für Pferdebereiche sind vor allem stachellose Sorten interessant. Ihre Blätter sorgen im Sommer für Beschattung, die Blüten bieten Insekten Nektar und Pollen, und die Früchte dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung.
Ein besonderer Vorteil gegenüber einjährigen Kletterpflanzen und Hopfen ist die Begrünung im Winter. Die Ruten bleiben erhalten, und manche Brombeersorten behalten auch während der kalten Jahreszeit einen Teil ihrer Blätter. So bietet die Pergola weiterhin eine gewisse Abschirmung gegen Wind und Einblicke, während eine mit Hopfen begrünte Pergola im Winter weitgehend offen ist.
Brombeerblätter, junge Triebe und reife Früchte sind für Pferde verträglich und werden gern gefressen. Gelegentliches Beknabbern ist unproblematisch. Damit die Pflanzen kräftig wachsen und ein dichtes Blätterdach bilden, sollten sie jedoch vor stärkerem Verbiss geschützt werden.
Brombeeren bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte mit ausreichend feuchtem, durchlässigem Boden. Ihre Ruten werden an der Pergola befestigt und nach Bedarf ausgelichtet. Abgestorbene und beschädigte Triebe werden entfernt. Eine vollständige jährliche Zurücknahme ist nicht erforderlich.
Auch wenn es hin und wieder okay ist, mal ein Blatt zu naschen, sollten die Pflanzen jedoch vor stärkerem Verbiss und Scheuern geschützt werden, damit sie ungestört wachsen und ein dichtes Schattendach bilden können.
Besonders junge Pflanzen und die unteren Triebe benötigen einen zuverlässigen Schutz.
Eine Pergola benötigt stabile, sicher verankerte Pfosten und eine tragfähige Dachkonstruktion.
Neben dem Eigengewicht müssen auch die Lasten der ausgewachsenen Kletterpflanzen sowie Wind- und gegebenenfalls Schneelasten berücksichtigt werden.
Wichtige Punkte bei der Planung:
Eine begrünte Pergola ist kein regendichtes Dach. Sie dient in erster Linie als Schattenspender.
Kletterpflanzen benötigen Zeit, bis sie die Dachfläche vollständig bedecken.
Kräftige Jungpflanzen und eine passende Rankkonstruktion beschleunigen die Begrünung. Die tatsächliche Entwicklung hängt von Pflanzenart, Standort, Wasserversorgung und Pflege ab.
Besonders während der Anwuchszeit benötigen die Pflanzen ausreichend Wasser. Junge Triebe werden gezielt an der Rankkonstruktion entlanggeführt.
Bis ein ausreichend dichtes Blätterdach entstanden ist, kann eine zusätzliche Beschattung erforderlich sein.
Anders als ein Weidentunnel aus ausschließlich lebenden Pflanzen besitzt eine Pergola eine bauliche Tragkonstruktion.
Auch wenn Pergolen nach der Niedersächsischen Bauordnung unter bestimmten Voraussetzungen verfahrensfrei sein können, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie auf einer Pferdeweide im Außenbereich zulässig sind.
Vor dem Bau sollten deshalb die örtlichen baurechtlichen Vorgaben geprüft werden.
Eine begrünte Pergola nutzt die Fläche oberhalb bereits vorhandener Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Am Putzplatz, neben dem Stall oder auf einem Paddock Trail entsteht so ein lebender Schattenplatz. Die Kletterpflanzen beschatten die darunterliegende Fläche, während ihre Blätter und Blüten zugleich Lebensraum und Nahrung für Insekten und andere Tiere bieten.