Weidenhof Worpswede
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 Natur in Haus und Garten
 

Hilfe - Gespinstmotten

Gespinstmottenraupen in einem dichten Gespinst an einem grünen Strauch

Bald sieht man sie wieder an vielen Obstbäumen und Sträuchern: dicht gewebte Netze, in denen sich unzählige Raupen tummeln.
Es handelt sich um Gespinstmotten. Die verschiedenen Arten haben sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und sind auf ihre jeweiligen Wirtspflanzen angewiesen.

Muss man Gespinstmotten bekämpfen?

Googelt man nach Gespinstmotten, findet man erschreckend viele Tipps, Tricks und Mittel, um sie zu bekämpfen, zu töten und von unseren vermeintlich wertvollen Gehölzen zu entfernen.
Ob mit Gift oder mit „natürlichen“ Hausmitteln – greifen wir ein, unterbrechen wir einen natürlichen Kreislauf. Wir vernichten Leben und nehmen gleichzeitig anderen Tieren eine wichtige Nahrungsgrundlage.

Gespinstmotten als Nahrung für Vögel und andere Tiere

Blaumeise füttert einen Ästling mit einer Gespinstmottenraupe auf einem Ast

Für viele Singvögel sind Raupen eine wertvolle eiweißreiche Nahrung. Gerade während der Jungenaufzucht werden große Mengen tierischer Nahrung gebraucht. Auch räuberische Insekten machen Jagd auf die Raupen.
In einem einzigen Gespinst können sehr viele Raupen leben. Spätestens wenn sie ihr schützendes Gespinst verlassen, können sich Vögel und andere Fressfeinde daran bedienen.
Aus den Raupen, die übrig bleiben, entwickeln sich kleine Falter. Und auch sie gehören dazu: Sie dienen wiederum Vögeln, Fledermäusen und anderen Tieren als Nahrung und sorgen gleichzeitig für die nächste Generation.

Erholen sich Bäume und Sträucher nach dem Raupenfraß?

Unsere heimischen Gehölze kennen Fraß seit Urzeiten. Ein gesunder Baum oder Strauch kann selbst einen starken einmaligen Fraß meist gut verkraften und anschließend wieder austreiben. Ein fast kahles Gehölz sieht für uns deshalb oft viel dramatischer aus, als es für die Pflanze tatsächlich ist.

Gespinstmotten gehören zum natürlichen Kreislauf

Naturnaher Garten mit Gespinstmotten, Schmetterling, Wildblumen, Insekten und Blaumeise

Jedes dieser Tiere ist ein Baustein im ökologischen Lebensgefüge.
Vielleicht sollten wir deshalb nicht immer sofort eingreifen, uns einmischen und bewerten, welches Tier „gut“ und welches „schlecht“ ist, welches leben darf und welches nicht.
Denn nur wenn wir Natur auch geschehen lassen, kann sich das Leben um uns herum so entfalten, wie wir es uns eigentlich wünschen:
bunt in all seinen Facetten, vielfältig und lebendig.

Wir haben es in der Hand.