Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen heraus, wird im Garten fleißig gewerkelt, umgegraben und gestaltet.
Und regelmäßig tauchen dann Bilder in diversen Gartengruppen auf, die – igittigitt – Engerlinge zeigen, die man irgendwo ausgebuddelt hat.
Direkt darauf kommen dann auch die ersten Tipps, wie man sie am besten beseitigt, tötet, ausrottet und erledigt.
Doch genauso, wie aus einer blattfressenden Raupe – die keiner mag – ein schöner Schmetterling wird, den jeder mag, verhält es sich auch mit den Engerlingen.
Aus ihnen können imposante Nashornkäfer, brummende Maikäfer oder schillernde Rosenkäfer werden.
Denn „Engerling“ bezeichnet nicht eine bestimmte Art, sondern die Larven verschiedener Blatthornkäfer.
Engerlinge und Käfer sind Nahrung für andere Tiere. Käfer und Käferlarven gehören beispielsweise zum natürlichen Nahrungsspektrum des Igels.
Was wir beim Umgraben als dicken, vielleicht etwas unansehnlichen Engerling aus der Erde holen, ist also Teil eines viel größeren Lebensgefüges.
Engerlinge sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Doch hinter ihnen verbergen sich die Larven ganz unterschiedlicher Käferarten. Aus ihnen können Rosenkäfer, Nashornkäfer, Maikäfer und andere Blatthornkäfer werden.
Sie leben verborgen in Erde, Kompost oder verrottendem Pflanzenmaterial und sind dort Teil eines natürlichen Kreislaufs. Manche ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial, andere auch von lebenden Pflanzenwurzeln.
Sie alle haben ihren Platz in der Natur – unabhängig davon, ob wir Menschen sie gerade als nützlich, störend, schön oder hässlich empfinden.
Wenn wir es schaffen, dem Leben um uns herum die Daseinsberechtigung einzuräumen, die ihm zusteht, werden sich unsere Kinder auch noch an diesen XXL-Käfern erfreuen können.
Wir haben es in der Hand …